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Was
finden wir eigentlich so faszinierend an Schildkröten?
Sie sind nicht gerade "kuschelig" und auch nicht elegant.
Eine Rolle spielen dürfte ihre absolute Harmlosigkeit, auch
laufen sie nicht weg und wenn doch, dann findet man sie meistens
am nächsten Tag im Garten doch noch wieder. Sie sind eben
- anspruchslos und deshalb ein prima Spielzeug. Unempfindlich,
kann man auch mal fallen lassen - eben so gerade der richtige
Erstkontakt mit Heimtieren für's Kleinkind.
Weit
gefehlt! Wer so an Schildkröten rangeht, wird nicht
viel Freude an ihnen haben. Leider ist das oben Geschriebene wirklich
für viele Schildkröten-Besitzer das Hauptmotiv. Ein
häufiges "Kindermotiv" kann man noch eher verstehen:
So eine Schildkröte, die wird "einem eher erlaubt"
von den Eltern, eben weil ... siehe oben.
Tatsächlich
sind Schildkröten keineswegs so unempfindlich, wie es zunächst
scheint - sie sterben nur langsamer und unauffälliger!
Sie sind - bei richtiger Haltung! - interessant und sie sind eine
"echte Antiquität": Diese Tiere haben schon die
Erde bevölkert, als an Dinosaurier noch nicht zu denken war.
Seit über 250 Millionen Jahren leben sie auf unserem Planeten
- Dinos gab es erst vor etwa 235 Millionen Jahren und sie sind
schon lange wieder ausgestorben. Die Schildkröte - ein Erfolgsmodell
der Evolution!
Innerhalb
der Tierklasse der Reptilien bilden alle Schildkröten
eine einzige Ordnung mit insgesamt 12 noch existierenden (rezenten)
Familien. Alles in allem werden aktuell 313 Arten unterschieden.
Viele Arten dieser uralten Tierordnung sind akut bedroht durch
die Zerstörung ihrer Lebensräume, aber auch durch die
Verfolgung durch den Menschen.
Schildkröten
legen Eier, die durch die Wärme des Sandes, in dem
sie vergraben sind, ausgebrütet werden. Die Jungen haben
zunächst noch einen weichen Panzer und werden zur
massenhaften Beute von Fressfeinden, besonders von Vögeln.
Der ausgewachsenen Schildkröte werden eigentlich nur noch
Krokodile gefährlich.
Wenn so eine
Schildkröte aber die ersten Tage und Wochen gut überstanden
hat, hat sie Chancen, sehr alt zu werden: In der Literatur
wird von mehreren (in Menschenobhut gehaltenen) Exemplaren berichtet,
die zwischen 150 und 270 Jahre alt geworden sein sollen. Einigen
Arten freilebender Schildkröten wird ein Alter zwischen 75
und 100 Jahren zugeschrieben, die kleineren Arten allerdings haben
in freier Wildbahn wohl nur eine Lebenserwartung von wenig mehr
als 10 Jahren.
Auch die Grössenunterschiede
sind beachtlich: Während die kleinsten Arten nicht einmal
handtellergross werden, bringen es Lederschildkröten auf eine
Panzerlänge bis zu 250 cm und fast einer Tonne Gewicht!
Neben der
Umweltzerstörung ist Hauptgefährdungsfaktor für
Schildkröten zweifellos der Mensch. Schildkröten werden
in riesigen Mengen gegessen und gelten nicht nur in Südostasien
als delikatesse. Obwohl in Amerika und seit neuestem auch in China
Schildkröten in grossen Mengen in Farmen gezüchtet werden,
reicht das noch nicht, um den Bedarf zu decken. Die Zahlen sind
widersprüchlich, aber es wird jährlich zumindest eine
zweistellige Millionenzahl (!) getötet, um im Kochtopf zu
enden.
Übrigens
gibt es auch in Deutschland freilebende Vertreter der Familie:
Im Land Brandenburg kommt "Emys orbicularis", die Europäische
Sumpfschildkröte vor und auch in der Mecklenburgischen
Seenplatte bzw. im Naturpark Feldberger Seenlandschaft. Natürlich
sind sie sehr selten, streng geschützt und nur schwierig
zu beobachten.
Bis zur Fertigstellung
unserer WebSite über Schildkröten (Land-, Sumpf-,
Wasserschildkröten als Heimtiere und als Wildtiere) können
wir Sie leider nur an unsere Werbepartner verweisen.
Sollten Sie hier nicht fündig werden, wird Ihnen dieses "Google"-Suchfeld
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